Die ersten Bögen gab es wohl in der Steinzeit . Sie wurden aus einem Stück Holz (Ulme, Kiefer später Eibe) gearbeitet. Der älteste Bogenfund Europas, der Bogen von Stellmor (Schweden), ist ca. 11500 Jahre alt. Dem folgt der Fund eines Ulmenbogens in Holmegaard (Dänemark), der ca. 10000 Jahre alt sein soll. Später  entwickelten in unseren Breitengraden, vor allem angelsächsische Bogner das von den Wikingern übernommene Bogenmodell  zum englischen Langbogen weiter. Aus dieser Zeit stammen so wohlklingende Namen wie Fletcher (Pfeilmacher), Archer und Bowman (Bogenschütze) , Bownocker und Stringer (Sehnenmacher) und auch Bowyer (Bogenbauer).

Bereits in der Antike gab es ausgereifte Bögen in geschwungener Form, aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt, bei denen die Eigenschaften hochfester und zugleich elastischer Verbundstoffe kombiniert wurden. gemeint ist der sogenannte Kompositbogen. Diese Art von Bogen stammt aus dem asiatischen Raum, und wurde u.A.. vom Steppenvolk der Skythen, furchtbringend eingesetzt.

Später übernahmen arabische, persische, griechische und türkische Handwerker diesen "Baustil" und perfektionierten ihn zu wahren Meisterwerken.

Ein Grund dafür, warum die asiatischen Bogenbauer mit dem Kompositbogen ganz andere Wege beschritten, als die Europäer: Es gab dort keine geeigneten Bogenhölzer, wie z. Bsp. Eibe, Nußbaum oder Esche und deshalb mußten sie, um leistungsstarke Bögen bauen zu können, mit Ersatzwerkstoffen experimentieren. So lernten sie, dünne Holzlamellen mit mehreren lagen Ziegenhorn und geflochtenen Tiersehnen zu verleimen. Bandagen aus Leder, Sehnen und mit Knochenleim präpariertem Tierdarm sorgten für zusätzliche Festigkeit bei gleichbleibender Elastizität. Die Herstellung eines solchen antiken Kompositbogens dauerte oft mehrere Jahre.